Der Gewinn für die Zolliker Bevölkerung
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26. Februar 2025 – Die Öffentlichkeit wird nach dem Umbau des Spitalareals im Zollikerberg insbesondere von vier Attraktionen profitieren. Die Projektleiterin Andrea Grünenfelder hebt sie bei einer Begehung mit den «ZollikerNews» hervor.

VON RENE STAUBLI
Wir treffen uns an der Forchbahnhaltestelle «Spital Zollikerberg» und stehen vor den tristen, grauen Gebäuden am Eingang des Stiftungsareals – man fühlt sich alles andere als willkommen. Das soll sich ändern. Die Neuerungen sind festgehalten in einem Masterplan, der von der Gemeinde genehmigt worden ist und in den nächsten 10 bis 20 Jahren Stück für Stück umgesetzt werden soll, sofern die anstehende Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) von den Zolliker Stimmberechtigten angenommen wird.

1 Neumünster-Passage Die Pläne sehen vor, dass auf dem Areal sechs neue Häuser errichtet werden (blaue Punkte). Die vier bestehenden Gebäude (grün), in denen Alterswohnungen und Praxen untergebracht sind, bleiben stehen und werden saniert. «Hier entsteht ein neuer, attraktiver Ortsteil des Zollikerbergs», sagt Projektleiterin Andrea Grünenfelder. Sie steht seit Jahren in Diensten des Diakoniewerks, das sich seit kurzem «Gesundheitswelt Zollikerberg» nennt und mit dem Slogan «Von der Geburt bis zum Lebensende in guten Händen» für seine vielfältigen Angebote wirbt.

Wer mit dem ÖV ankommt, wird künftig von einer Piazza mit Sitzgelegenheiten unter Bäumen empfangen. Ein Weg führt zwischen den bestehenden und den neuen Häusern hinunter zum Spitaltrakt. «Die Erdgeschosse der neuen Häuser haben eine grosszügige Höhe», sagt Andrea Grünenfelder, «sie laden zum Besuch ein und werden vielfältig genutzt»: Ambulatorien, ein Blumengeschäft, Praxen, ein Café. Zwischen den Häusern gibt es Sitzbereiche und einen Kinderspielplatz. «Insgesamt soll unter dem Namen ‹Neumünster-Passage› ein attraktives, belebtes Quartier entstehen, das allen Menschen offensteht.» In den Wohnungen soll eine möglichst breite Mieterschaft einziehen: Familien, Alte, Mitarbeitende, ergänzt durch ein Guesthouse.
2 Spazierwege Der neue «Baumgartenweg» führt – gesäumt von Bäumen – von der Forchbahnstation «Spital Zollikerberg» dem Hang entlang hinunter zum alten Dorfteil Wilhof, wo er in den Neuweg mündet. Sitzgelegenheiten und zusätzliche Ausstattungselemente laden zum Verweilen ein. Das beliebte Gehege mit den Geissen bleibt erhalten. Der bestehende, asphaltierte Weg entlang der Bahnlinie soll zu einer Velo-Schnellverbindung um- und ausgebaut werden.

Zu einer besonderen Attraktion soll der der neue Wilhofweg werden. Er verbindet den alten Dorfteil mit der Trichtenhauser Strasse. «Man darf ihn sich als eine Art Trampel- und Erlebnispfad zwischen Bäumen im Wald entlang des Wilhofbachs vorstellen, als Ort der Musse und Erholung», schwärmt Andrea Grünenfelder. Im Norden entsteht eine grüne Oase anstelle der heute weitgehend asphaltierten Fläche. Die Parkplätze werden in eine neue Tiefgarage verlegt.

3 Der Kraftort Für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglich bleibt der 24‘000 m2 grosse Park in der Mitte der Anlage. Die Arealentwicklerin spricht von einem «spürbar besonderen Ort». Dazu tragen die Ruhe, der alte Baumbestand, neue Wege und Sitzgelegenheiten sowie die reiche Vegetation bei. Wer dort schon einmal ein Buch gelesen hat, erinnert sich gewiss auch an den Gesang der Vögel.

Die rostrote Hütte «Cabane», die der Pariser Stararchitekt Jean Nouvel für die Expo.02 entworfen hatte, behält ihren Platz. Im Inneren finden sich die «bronzenen Hände» des Zürcher Künstlers Roland Herzog, aus deren Fingerspitzen Wasser rieselt – eine spirituelle Erfahrung, wenn man sie anfasst.
4 Der «Ankunftsort Ost» Eine grosse Umgestaltung erfährt der östliche Teil des Areals, der für die Öffentlichkeit ebenfalls deutlich attraktiver werden soll. Etliche Gebäude entstehen neu (blaue Punkte), andere werden lediglich saniert (grün). Zum Verweilen lädt die begrünte runde «Landschaftsarena» ein, flankiert von einer weiteren Piazza mit Bistro.
Zwei Neubauten schliessen die Anlage zu einem «U». Im neuen Lern- und Bildungszentrum ist ein Veranstaltungssaal für 200 Personen mit Bühne angedacht, der auch von Vereinen gemietet werden kann. Zollikon bekäme damit – falls gewünscht – auch die Möglichkeit, die Gemeindeversammlungen alternierend im Dorf und im Berg abzuhalten.

Drei grosse Entwicklungsprojekte im Berg
Ihren Masterplan stellten die Verantwortlichen der Diakonie am Montagabend rund 85 interessierten TeilnehmerInnen an einer Veranstaltung im Brunnenhofsaal vor – nebst den Projektentwicklern sprachen Katharina Kull-Benz (Stiftungspräsidentin), Regine Strittmatter (Stiftungsdirektorin) und Fritz Wolf, der als ehemaliger Co-Präsident des Quartiervereins Zollikerberg Mitglied der Jury war, die den Gestaltungswettbewerb begleitet hatte.
Renate Diener, die derzeitige Co-Präsidentin des Quartiervereins, schlug abschliessend einen grösseren Bogen. Im Zollikerberg werden derzeit drei grosse Entwicklungsprojekte vorangetrieben: von der Diakonie auf dem Stiftungsareal, von der reformierten Kirche auf ihrem weiträumigen Gelände an der Hohfurenstrasse und von der Gemeinde im Ortskern (Freizeitzentrum, Gerensaal, Roswies). Diener sagte, sie wünsche sich «ein vernetztes Denken der Planergruppen und eine Bevölkerung, die sich engagiert».
Masterplan für die Entwicklung des Stiftungsareals
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