Keine Kollisionen, keine Notstopps mehr

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21. Februar 2025 – Die Bahnschranken am Rosengarten und der Trichtenhauserstrasse sind seit 10 Monaten in Betrieb – und bewähren sich dank effizienter Steuerung. Laut Forchbahn gab es auf den beiden neuralgischen Kreuzungen seither keinen einzigen Notstopp und keine Kollision mehr.

Trotz Rotlicht rechts abgebogen und von der Forchbahn erfasst (Foto: pd)
Letzter Unfall am 9. November 2023 an der Trichtenhauserstrasse (Fotos: pd / ZN)

VON RENE STAUBLI

Früher war nicht alles besser: «Pro Jahr kam es auf diesen beiden Abschnitten zu mindestens einer Kollision und täglich mehreren Notstopps oder Beinahe-Kollisionen», sagt Peter Seiler, Geschäftsbereichsleiter Produktion bei der Forchbahn.

Messungen mittels Induktionsschleifen in der Strasse hatten im Februar 2021 ergeben, dass an der Trichtenhauser Strasse im Tagesdurchschnitt nicht weniger als 209 Autos die Geleise bei Rot überquerten. Beim Rosengarten waren es durchschnittlich 51 Autos.

Grosse Bedenken…

Zusammen mit dem Quartierverein Zollikerberg hatte der Gemeinderat seit 2015 gegen die Errichtung von Barrieren gekämpft. Man fürchtet insbesondere, dass es wegen der Schranken zu noch grösseren Rückstaus an der Kreuzung beim Rosengarten und zu einer Blockierung von Ambulanzfahrzeugen auf dem Weg zur Notfallstation des Spitals Zollikerberg käme. Damit würden Leben gefährdet, hiess es.

Die Verantwortlichen der Forchbahn stellten beides in Abrede. Die Barrieren würden so spät wie möglich geschlossen und so früh wie möglich wieder geöffnet. Die wenigen Sekunden, die bei der Öffnung und der Schliessung gegenüber dem Ampelsystem verloren gingen, könne man dank der Versetzung der Bahnsignale, einer verbesserten Signalansteuerung und der schnelleren Einfahrt der Züge wettmachen. Was die Ambulanzen angehe, so würden heute Notfallpatienten anders als früher vor Ort versorgt und erst in stabilisiertem Zustand ins Spital transportiert. Die kurze Wartezeit an den Halbschranken falle also nicht ins Gewicht.

… dann die Entwarnung

Es habe damals im Spital Zollikerberg «eine gewisse Unruhe» gegeben, räumt Mediensprecher Andreas Bildstein ein, «aber die Befürchtungen sind nicht eingetreten». Auch beim Quartierverein Zollikerberg sind seit dem Start am 8. April «keine Rückmeldungen mehr betreffend Bahnschranken eingegangen», schreiben die Co-Präsidentinnen Renate Diener und Esther Meier auf Anfrage der «ZollikerNews».

Anfänglich habe es noch einige kritische und sogar gefährliche Situationen auf den Kreuzungen gegeben, weil der Rhythmus der Schranken nicht mit demjenigen der Ampelanlage korrespondiert habe und dies von einzelnen Automobilisten zu wenig beachtet worden sei. Die Verantwortlichen der Forchbahn hätten das Problem jedoch schnell erkannt und entsprechende Massnahmen ergriffen.

Der Videobeweis

Videos zeigen, wie effizient die Verkehrsregelung mittels Schranken funktioniert. Die Zeit zwischen der Senkung der Barriere für den vom Spital Zollikerberg her kommenden Zug bis zur Hebung beträgt insgesamt nur 45 Sekunden. Die Barriere senkt sich 15 Sekunden vor der Einfahrt der Forchbahn und hebt sich sechs Sekunden danach:

Beim Zug Richtung Stadelhofen dauert der Verkehrsunterbruch 56 Sekunden. Die Schranken heben sich bereits 5 Sekunden nach der Wegfahrt der Forchbahn:

Das Bundesverwaltungsgericht hatte den Rekurs des Gemeinderats damals unter anderem mit der Begründung abgewiesen, dass das Interesse, die Unfallrisiken zu senken, höher zu gewichten sei als das Interesse an einer möglichst flüssigen Verkehrsabwicklung. Nun macht es ganz den Anschein, als ob das eine erreicht worden sei ohne das andere wesentlich zu beeinträchtigen.

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