Kostenexplosion bei der Sportanlage Buechholz

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5. März 2025 – Für die Sanierung der Sportanlage Buechholz hatte die Gemeindeversammlung im letzten Juni 2,25 Millionen Franken bewilligt. Nun soll das Projekt 3,6 Millionen kosten, 60 Prozent mehr. Grobe Fehler bei der Planung zwingen den Gemeinderat, die Differenz nachzufinanzieren. (3 Kommentare)

5. März 2025 – Für die Sanierung der Sportanlage Buechholz hatte die Gemeindeversammlung im letzten Juni 2,25 Millionen Franken bewilligt. Nun soll das Projekt 3,6 Millionen kosten, 60 Prozent mehr. Grobe Fehler bei der Planung zwingen den Gemeinderat, die Differenz nachzufinanzieren.

Baustelle Sportanlage Buechholz: massive Zusatzkosten (Foto: ZN)
Baustelle Sportanlage Buechholz: massive Zusatzkosten (Foto: ZN)

VON RENE STAUBLI

Bei der Gesamtsanierung der Sportanlage Buechholz wurde entdeckt, dass die Planungsfirma eine Reihe wichtiger Arbeiten gar nicht ausgeschrieben und vergeben hatte. Diese Arbeiten müssen trotzdem erbracht werden, was zu Mehrkosten von 750’000 Franken führt, wie die Gemeinde gestern in einer Medienmitteilung einräumte.

Es war die zweite schlechte Botschaft innerhalb eines Vierteljahres. Mitte Dezember 2024 hatte die Gemeinde mitgeteilt, dass das von den Planern vorgeschlagene Versickerungssystem fürs Regenwasser nicht den aktuellen Anforderungen der Umweltgesetzgebung entspreche. Die Entwässerung müsse neu geplant werden, hiess es, was zu Mehrkosten von 600’000 Franken führe.

1,35 Millionen Franken zusätzliche Kosten: «Mich ärgert das natürlich massiv», sagt der zuständige Gemeinderat Patrick Dümmler. Man habe mit dem verantwortlichen Ingenieurbüro bei anderen Projekten gute Erfahrungen gemacht. Es habe deshalb keinen Grund gegeben, den Berechnungen nicht zu trauen. Offensichtlich gab es bei der Gemeinde aber auch keine Fachperson, welche die Planung und Ausschreibung der Arbeiten sorgfältig überwachte.

Planungsfehler auch im Rüterwis

Vergleichbares ereignete sich im Rüterwis. Dort bewilligte die Gemeindeversammlung im März 2023 einen Kredit von 2,84 Millionen Franken für eine neue Beheizung der Schulanlage. Ein Fehler im Vorprojekt führte zu einer falschen Kalkulation, so dass die Kosten auf 4,75 Millionen stiegen. Das Planerteam hatte 23 Erdsonden mit einer Bohrtiefe von 370 Metern vorgesehen. Dann stellte sich heraus, dass bauphysikalisch nur 250 Meter möglich gewesen wären, was 38 Erdsonden nötig gemacht hätte. Das Projekt musste abgebrochen, neu konzipiert und von der Gemeindeversammlung im Dezember 2024 bewilligt werden.

Qualitätssicherung verbessern

Um solche Pannen künftig zu vermeiden, habe er Weisung erteilt, «neue Projekte ab einer Million Franken von einem unabhängigen externen Experten überprüfen zu lassen», sagt Dümmler. Er schlägt dem Gemeinderat vor, dass diese Regel künftig für alle Abteilungen der Gemeinde gelten soll.

Man habe überdies einen Anwalt beauftragt, den rechtlichen Handlungsspielraum gegenüber dem fehlbaren Planungsbüro abzuklären, beispielweise in Form einer Kürzung des Honorars oder einer Schadenersatzforderung.

Die Zusatzkosten für die Sanierung der Sportanlage bucht der Gemeinderat über «gebundene Ausgaben» ab. Die können bewilligt werden, weil sie «erst im Verlauf der Bauarbeiten erkennbar wurden und als unvorhersehbar sowie unvermeidlich gelten». Die Bauarbeiten zu unterbrechen, hätte weitere Mehrkosten verursacht, sagt Dümmler.

Dass die Sportanlage Buechholz nun erst Ende Juli 2025 zur Verfügung stehen wird statt wie geplant Ende 2024, bringt insbesondere den Sportclub Zollikon in Nöte. Die Fussballer mit ihrer grossen Juniorenabteilung sind auch vom anstehenden Bau der Heizzentrale auf dem Riet betroffen. Dümmler sagt, es werden in den nächsten Tagen Abklärungen getroffen, ob eine Verschiebung der Bauarbeiten im Riet um zwei Monate möglich sei, damit der Sportclub in dieser Zeit über die Sportplätze verfügen könne.

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Warum extern überprüfen? Sollte nicht bei der Gemeinde selbst genug Fachkompetenz vorhanden sein? Falls nicht, dann wäre es wohl gut, wenn man den Gemeinderat so besetzt, dass sowas möglich ist.

Sehr geehrte Geneinderätinnen und Gemeinderäte
Zu viele Fehler, die unsere Gemeindekasse immer wieder mehr belasten. Fohrbach, Badi, Riet, Rüterwis, Buechholz … zig hunderttausende von Franken wegen Fehlplanungen. Oder … liegt es gar an mangelnder Führungskompetenz und -koordination?
Sofort klügeres Vorgehen und klügere Entscheidungen! Mitverschuldetes Versagen ausschliesslich anderen anzulasten, ist mangelnde Führungsqualität.
Nur Motto «Wenns nicht klappt, warten wir. Am Ziel ändert sich nichts. Die Mehrkosten und Verzögerungen gehen eh zulasten der Einwohner, Steuerzahler und Nutzer.» So nicht – es reicht!

Eventuell sollten wir (ZollikerInnen) eine Behörde analog der DOGE von Elon Musk einrichten. Wenn alles extern geprüft wird, sind doch sicher einige Stellen einzusparen…

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