«So viel Zerstörung – das löst Angst aus»
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3. März – Was in den USA, in der Ukraine und im Nahen Osten gerade geschieht, macht den Menschen Angst – auch in Zollikon. Was fürchten Ferri Hermida, Claudia Denzler, Beatrice Landert und Dorian Selz? Und welche Hoffnungen machen sie sich? Morgen im zweiten Teil: Olena Tutova, Dennis Bühler, Christina Caprez und Simon Gebs. (1 Kommentar)
3. März – Was in den USA, in der Ukraine und im Nahen Osten gerade geschieht, macht den Menschen Angst – auch in Zollikon. Was fürchten Ferri Hermida, Claudia Denzler, Beatrice Landert und Dorian Selz? Und welche Hoffnungen machen sie sich? Morgen im zweiten Teil: Olena Tutova, Dennis Bühler, Christina Caprez und Simon Gebs.

Ferry Hermida (46)
Primarlehrer und Präsident des SC Zollikon

«Manchmal befällt mich die Angst, dass ein grösserer Krieg ganz in unserer Nähe ausbrechen könnte, der auch uns in Mitleidenschaft zieht – dass irgendeiner dieser doch sehr speziellen Leute, ein Trump oder ein Putin, austicken und auf den berühmten Knopf drücken könnte. Ich habe einfach das Gefühl, dass die Menschheit nicht miteinander daran arbeitet, die seit langem rotierende Abwärtsspirale – Stichwort Klimakatastrophe – zu stoppen. Jedes Land, aber auch jeder Einzelne wird dominiert von seinen egoistischen Interessen. Dabei hätte es die Welt bitter nötig, dass wir uns gemeinsam auf die Suche nach Lösungen machen. Was alles noch drastisch verschärft, ist die Ungewissheit, welchen Medien man überhaupt noch glauben kann. Heutzutage muss man sich ja bei jeder Zeitung, aber auch beim Fernsehen ständig fragen, was an der Berichterstattung wirklich stimmt beziehungsweise was gelogen, KI-generiert, übertrieben, manipuliert oder tendenziös ist. Die Kriegsangst, die ich ja auch wahrnehme, könnte auch gezielt geschürt werden, um die milliardenteure Aufrüstung der Armeen zu legitimieren. Wer weiss das schon! Ich hoffe einfach, dass es immer noch einige Menschen gibt, auch Politikerinnen und Politiker, die sich für das Wohl der Allgemeinheit engagieren und nicht nur egoistische Interessen verfolgen. Dabei muss man vor allem die Jungen im Auge behalten. Sie erreicht man heute wohl am besten über die sozialen Kanäle, Podcasts, Influencer und gute Journalisten, die tough recherchieren, und auf dem Weg – vielleicht – so etwas wie Gegensteuer geben und den Sozialgedanken wiederbeleben können.»
Claudia Denzler (56)
Gärtnerin und therapeutisch-seelsorgende Lebensberaterin

«Was mir wirklich Sorgen macht, ja, mich richtig bedrückt, ist das Leid vieler Menschen. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer mehr. Unendlich viele werden auch auf Grund ihrer Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Orientierung oder ihres Geschlechts diskriminiert. Diktatoren wie Trump oder Putin, aber auch einem Milliardär wie Musk, sind die Schicksale einzelner Leidender brutal egal. Da haben wir doch in der Schule jahrelang gelernt: Nie wieder Hitler! Nie wieder Faschismus. Und heute habe ich den Eindruck, dass wir uns genau in diese Richtung bewegen. Trotz all dieser beunruhigenden Entwicklungen hoffe ich darauf, dass ganz viele Menschen wieder lernen, bei sich selber, aber auch bei anderen hinzuschauen und hinzuhören und sich zu fragen: Was passiert da gerade? Was können wir tun, um wieder so etwas wie Menschlichkeit zu erleben?»
Beatrice Landert (94)
Leserbriefschreiberin

«Meine Sorge, eher Wut gilt den Medien in der Schweiz. Was für einen Einheitsbrei die produzieren. Mainstream-Geschwafel! Ich bin so weit, dass ich die Zeitungen nicht mehr lesen kann. Wer Trump gut findet, wird wie eine Aussätzige behandelt. Trump ist in meinen Augen eine Naturgewalt, ein Mann, der nicht gefallen, aber etwas verändern will. Er will Frieden. Unsere Politiker könnten viel von ihm lernen. Stattdessen klammern sie sich an die Neutralität und verstecken sich dahinter. Meine Hoffnung ruht auf dem Wissen, dass die Natur uns immer überlegen ist. Vulkane, Erdbeben, Wasser, Brände sind unbesiegbar. Tiere bleiben ihrer Bestimmung treu, Vögel singen ihre Melodien, Schildkröten legen trotz Weltuntergangstimmung ihre Eier, die Natur bleibt auch dann, wenn wir längst nicht mehr sind.»
Dorian Selz (54)
Unternehmer und Gemeinderat

«An der aktuellen Weltlage besorgt mich am meisten, dass jeder Tag eine neue Eskalation bringt und so zur emotionalen Achterbahnfahrt mit ungewissem Ausgang wird. Das machen Trump und all die anderen mit voller Absicht, um uns abzustumpfen. Und das ist gefährlich. Der Schaden, der auf diese Art angerichtet wird, ist gross und ein Plan für eine bessere, gerechtere Welt nicht sichtbar. Stattdessen sind wir mit nichts anderem als Zerstörung konfrontiert. Das kann Angst machen. Hoffnung macht mir, dass wir alle hier vielleicht doch noch aus unserer ziemlich bequemen Lethargie aufwachen und uns auf unsere eigene Zukunft fokussieren. Sei’s im Kleinen hier in der Gemeinde oder im Grossen. Immerhin sind wir Teil von Europa und sollten ein gescheites Auskommen mit unseren Nachbarn finden und gemeinsam konsequent für unsere Werte einstehen.»
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Merkwürdige Ansichten, welche Frau Landert hier vertritt. Wäre mir persönlich jetzt unangenehm. Sagt aber viel aus, die Frage ist nur worüber genau.